Einen neuen Code gegen Gewalt und für guten Geschmack in Romanen möchte Bernd Graff zum Glück dann doch nicht fordern. Seine Besprechung von Sebastian Fitzeks Thriller-Bestseller kommt dem Wunsch nach einer Reglementierung von Stil und Inhalt aber bedenklich nahe. Dass sich Fitzeks Buch gut verkauft, kann sich Graff nur mit der Neigung des Publikums zu krude ausgestellter, mitleidloser Brutalität und Drastik erklären. Am arg schlicht konstruierten, laut Graff mitnichten spannenden Plot und den unterentwickelten Charakteren im Text kann es jedenfalls nicht liegen, meint er. Und wenn das Publikum die Überschreitung ethischer Normen und des guten Geschmacks im Roman nun mal mag? Für Graff ein kaum auszuhaltender Gedanke.