Rezensent Paul Jandl liest Max Goldt gierig und mit größter Befriedigung als Antidot gegen die Verblendung und Verkürzung, deren toxischen Keimen wir ununterbrochen ausgesetzt sind - in sozialen Medien, dem öffentlich rechtlichen Fernsehen oder auch so einigen vermeintlich progressiven Kreisen. In gewohnter Goldt-Manier, heißt mit Biss, Sprachwitz und analytischem Scharfsinn, beleuchtet er blinde Flecken, vor allem der gesellschaftlichen Linken, entblößt die Selbstgefälligkeit hinter Gesten der Betroffenheit und kämpft gegen die "Schrumpfkommunikation der Medien" an, indem er eine Phrase nach der anderen auseinander nimmt. Nicht alle der in "Aber?" versammelten Texte sind brandneu, weiß Jandl, aber das brauchen sie auch gar nicht zu sein, denn als köstliches Gegengift gegen die Geistlosigkeit sind sie zeitlos, so der in mehrerlei Sinne des Wortes begeisterte Rezensent.