Arno Geiger hat einen Roman über das Sterben von Karl V. geschrieben, der im 16. Jahrhundert Kaiser war, hält Rezensent Eberhard Rathgeb fest: Karl hat sich ins Kloster Yuste zurückgezogen und wartet auf seinen Tod, eine Zeit, die einzig durch die Anwesenheit seines illegitimen Sohnes Geronimo ein wenig aufgehellt wird. Darauf folgt ein langer Traum, in dem Karl mitsamt seinem Sohn aus dem Kloster flieht, sie kommen ans Meer, wo er dann nach der Frage, wer er ist, stirbt, erfahren wir vom Rezensenten, der sich im wesentlichen auf Nacherzählung beschränkende Rezensent. So viel erfahren wir jedoch noch: Diese Geschichte funktioniert vor allem deshalb so gut für den Kritiker, weil Karl eben Kaiser und kein Karl Mustermann war. So schildert Geiger in "wolkenloser, klarer Prosa" die großen Fragen, Wünsche, Sehnsüchte und Sorgen eines menschlichen Lebens, die gerade in der Distanz zwischen Kaiser und Normalo ihre existenzielle Dimension zeigen, resümiert Rathgeb.