Rezensentin Petra Pluwatsch wundert sich, dass Jane Gardams 1978 erschienenes und damals schon hochgelobtes Romandebüt erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. Es erzählt aus der Perspektive der achtjährigen, "altklugen" Margaret von deren streng gläubiger Familie, in die im Sommer 1936 ein neues, sich extravagant kleidendes Kindermädchen frischen Wind, auch Unruhe, bringt. Bald hat dann auch Margarets Mutter genug von der religiösen Verstocktheit ihres Mannes, fasst Pluwatsch zusammen. Wie feinsinnig Gardam ihre junge Protagonistin die Eltern und deren Schwachstellen beobachten lässt, mit stellenweise erstaunlich erwachsenem "Durchblick", findet die Kritikerin spannend, ebenso wie den zweiten Teil des Romans, der aus der Perspektive einer mittlerweile erwachsenen Margaret offenlegt, was in dem Sommer wirklich geschah. Ein "kluges", von Isabel Bogdan gelungen übersetztes Werk, das Gardams Können offenlegt und heute noch genauso überzeugt wie vor vierzig Jahren, schließt Pluwatsch.