Den "Meister des gemäßigten Kitsches" nennt Rezensent Roman Bucheli ihn - Bodo Kirchhoff, der mindestens alle zwei Jahre einen weiteren Wälzer auf den Markt schießt und es trotzdem schafft, nicht in der Kraftrille namens Kitsch und Sentimentalität hängen zu bleiben. Und das sogar, wenn es ganz eindeutig autobiografisch wird, wie in seinem neuen Roman "Dämmer und Aufruhr". Hier wendet sich der inzwischen Siebzigjährige seiner Kindheit und Jugend zu, erklärt Bucheli, und es wundert kaum, dass da wieder einmal die wohlvertrauten Figuren aus einigen seiner Romane auftauchen und zwar ein paar der dunkelsten. Scham- und schonungslos beleuchtet der Autor die düsteren Ecken seiner Biografie, in deren Zentrum, wie eigentlich immer in Kirchhoffs Romanen, das sexuelle Begehren steht, lesen wir. Der direkte und indiskrete Blick, zu dem Kirchhoff seine Leser zwingt, erlaubt jedoch keine Anklage ohne Selbstreflexion. Geschickt, findet der offenbar überzeugte Rezensent.