Bei Christoph Hein sieht Gerda Wurzenberger ein weiteres Mal ihre These untermauert, Kinder- und Jugendbücher dieser Zeit seien zwar "problemorientiert", hätten sich aber vom radikalen Aufklärungs- und Realitätsanspruch der siebziger Jahre freigemacht. Obwohl Hein in seinem ersten richtigen Kinderbuch ein schwieriges Thema gewählt hat - den Tod der Mutter und die gemeinsame Trauerarbeit der vielköpfigen Familie -, wird das Thema nicht schwer und traurig behandelt, so die Rezensentin. Im Gegenteil, der im Klappentext versprochene "Trost" und die in Aussicht gestellte "Heiterkeit" träten durchweg ein. Im Mittelpunkt des Buches steht ein zehnjähriges Mädchen, das gemeinsam mit seinen beiden Brüdern und dem Vater, einem Bildhauer, die schwierige Situation nach dem Tod der Mutter bewältigt und zu einer gewissen Lebensfreude zurückfindet. Der Vater kreiert eine Figur, eine Pieta , die er der Mutter widmet; und auf Weise wird das Buch, freut sich Wurzenberger, auch noch zu einem kleinen Lehrbuch in Sachen Kunst.