Mit diesem "Patchwork aus Mikrogeschichten" von Wolfgang Behringer liegt dem Rezensenten Lothar Müller eine betont nicht-eurozentrische Globalgeschichte vor. Die frühe Neuzeit schlüsselt Behringer hierbei über globale "Mikrohistorien" auf, die ein gutes Beispiel über das Zusammenwachsen der Welt in dieser Epoche abgeben, erklärt Müller. Modernisierungstheorien steht er so skeptisch gegenüber, dass Müller manchmal fast den Eindruck gewinnt, große gesellschaftliche Entwicklungen wie Revolutionen seien größtenteils auf Naturphänomene wie Kleine Eiszeit, Seuchen oder Vulkanausbrüche zurückzuführen. Dabei erklärt er globalgeschichtliche Phänomene immer wieder anhand von Mikrogeschichte, was dem Rezensenten sehr gut gefällt. Seine gigantische Stoffmenge kann Behringer aber oft nur bewältigen, indem er kurze Abrisse schreibt, was der Kritiker wiederum weniger inspirierend zu finden scheint. Anders als etwa Howard W. French glaubt außerdem Behringer nicht, dass durch den europäischen Sklavenhandel nachhaltige Schäden für den Kontinent Afrika entstanden sind, weil es eben immer auch die Tradition des innerafrikanischen Sklavenhandels gab. Müller kritisiert das nicht, aber ihm fällt schon auf, dass Behringer zwar multizentrische Standpunkte in sein Werk einflicht, dabei aber einen sehr "europafreundlichen" Standpunkt einnimmt.