Knapp und eher verhalten bespricht Rezensentin Lerke von Saalfeld den neuen Roman von Rabea Edel, der zwar das "Portrait einer Mutter" angekündigt, aber doch um Frauen aus vier Generationen kreist. Die Ich-Erzählerin ist Raisa, im Mittelpunkt steht aber deren Mutter Martha, die mit ihrer Tochter über Briefchen kommuniziert, die sie in eine Steinmauer schiebt. Außerdem treten noch Großmutter Selma und Urgroßmutter Dina auf, ihre Schicksale sind so verwoben wie verworren, seufzt die Kritikerin, die einen stringenten Plot vermisst. Dass die Form des Romans "faszinierend" ist, tröstet Saalfeld über das blasse Zeitkolorit und die wenig greifbaren Figuren nicht hinweg.