Erstaunlich, so Rezensent Hilmar Klute, dass bisher noch niemand ein Buch geschrieben hatte, das die Schicksale der vor den Nationalsozialisten flüchtenden Künstler und Intellektuellen in einer Gesamtschau betrachtet. Uwe Wittstock, freut er sich, hat dies nun getan, und zwar indem er das Marseille des Jahres 1940 ins Zentrum stellt. Viele Naziverfolgte haben sich, zeichnet Klute mit Wittstock die Historie nach, nach Frankreich geflüchtet, und nun, da auch hier keine Sicherheit mehr gegeben ist, hoffen sie auf Weiterreise. Zum Retter vieler, fährt die Zusammenfassung fort, wird der Amerikaner Varian Fry mit seinem Emergency Rescue Committee, ein Idealist, der nicht Deutschland, aber die deutsche Kultur liebt. Klute skizziert entlang des Buchs einige Schicksale, unter anderem das Lion Feuchtwangers und Hannah Arendts und weist außerdem darauf hin, dass zwar viele, längst aber nicht alle Geschichten, um die es hier geht, gut ausgehen. Auch über Details der französischen Kollaboration mit Nazideutschland lernt man manches von Wittstock, heißt es weiter. Insgesamt ein beeindruckendes, klug montiertes und keineswegs verkitschtes, sondern eng an den Quellen entlang geschriebenes Werk, so das ziemlich enthusiastische Resümee.