Rezensentin Elisabeth von Thadden empfiehlt, den Impuls zu unterdrücken, ein Buch über einen vermeintlichen Allgemeinplatz wie den Gemeinsinn, rasch beiseite zu legen. Denn was Aleida und Jan Assmann hier vorlegen ist laut Thadden ein hochgradig relevantes Buch darüber, wie wir gerade in Zeiten des grassierenden Trumpismus in Demokratien friedlich zusammenleben können. Die Assmanns mobilisieren zu diesem Zweck, heißt es weiter, die Kulturgeschichte, lesen wir, die greifen den Gedanken des Verfassungsrechtlers Wolfgang Böckenförde auf, der argumentiert, dass die Demokratie durch kollektive Werte gestützt werden muss, beschränken sich bei deren Grundierung jedoch nicht, wie Böckenförde, auf die in der europäischen Aufklärung und dem Christentum verorteten Traditionen. Stattdessen docken sie unter anderem bei Eva Illouz und deren Gedanken zu kollektiven Gefühlen an, exemplarisch geht es etwa um das französische Ideal der Brüderlichkeit, das sich im empathischen Umgang mit Flüchtlingen beweist. Historisch lässt sich dies, lernt Tadden von den Assmanns, bis zu Aristoteles zurückführen. Das Buch läuft, schließt die Rezensentin, auf die Verteidigung der Idee der Menschenrechte zu, die, nicht nur hier ist Tadden einer Meinung mit den Autoren, unbedingt notwendig sind für ein friedliches Zusammenleben.