"Es muss auf Kant zurückgegangen werden", ruft der Autor des Buchs laut Rezensent Jürgen Goldstein (der Philosophieprofessor in Koblenz ist). Und dieser stimmt zu. Der erodierende Universalismus, so Goldstein, verdient es, mit Kant gepimpt zu werden. Und dabei kann das vorliegende Buch, so scheint es, hervorragende Hilfestellung bieten. Denn Willaschek versucht laut Kritiker gar nicht erst, mit der maßgeblichen Biografie von Manfred Kühn (2003) zu konkurrieren, sondern er gliedert sein Buch nach Sachthemen, und es zeigt sich: Auf vielen Feldern hat Kant kopernikanische Wenden des Denkens bewirkt und vieles bis heute Gültiges formuliert, etwa, was Menschenwürde, aber auch was die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis angeht. Das Buch wendet sich an interessierte Laien und wird dennoch auch für Experten nützlich sein, verspricht Goldstein. Es spart sich den größten, aber auch nur mit Präzisionsbesteck zu genießenden Leckerbissen - die "Kritik der reinen Vernunft" - bis zum Schluss. Und so bleibt es von Anfang bis Ende von kleinen Kritikpunkten abgesehen nahrhaft und spannend für den Rezensenten.