Hoffnung in schweren Zeiten spendet dieses tolle Buch, findet Rezensent Michael Hesse. Timothy Snyder beschäftigt sich darin, erfahren wir, mit der Freiheit, die nicht nur negativ bestimmt werden soll, als Abwesenheit zum Beispiel von Zwang, sondern der positive Inhalte zugeschrieben werden sollen, die das Leben der Menschen mit Sinn erfüllen. Snyder schließt laut Hesse an die Philosophin Edith Stein an und deren Gedanken zur Leiblichkeit als Grundlage menschlicher Existenz, ein Aspekt, der für Snyder auch aufgrund seiner eigenen Krankheitsgeschichte interessant ist. Überhaupt schreibt Snyder hier nicht nur über die großen Fragen unserer Tage, sondern immer auch über persönliche Erlebnisse etwa aus seiner Kindheit. Außerdem geht in diesem Buch, etwa in der klaren Parteinahme des Autors für die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland, wissenschaftliches und aktivistisches Schreiben oft ineinander über, meint Hesse. Zentral sei für Snyder die Kritik an sozialer Ungleichheit, ein Aspekt, der stark auf die Zustände in den USA abhebt. Hesse merkt an, dass viele der beschriebenen Übel trotz stärkerem Sozialstaat auch in Europa anzutreffen sind. Insgesamt freut sich der Rezensent jedoch sehr über dieses Buch, das eine Lanze bricht für sinnhafte Freiheit und uns dabei hilft, die Welt, in der wir leben, genauer zu verstehen.