Wärmstens empfiehlt Michael Hesse Navid Kermanis Reisereportage über Ostafrika. Nicht nur, weil Kermani ein "glänzender Erzähler" ist und es mit seinen Schilderungen einfach fällt, sich in ein ganz anderes Umfeld hineinversetzen zu lassen. Sondern auch, weil hier eine Perspektive eröffnet wird, die so ganz anders ist als die westliche Lebensrealität. Hesse verfolgt gespannt und erschüttert Kermanis Weg durch Madagaskar, die Komoren, Mosambik und Äthiopien, wo der Krieg wütet. Die Folgen des Klimawandels, die die westliche Welt immer noch wie eine abstrakte Drohung behandelt, werden in Madagaskar ganz konkret, wo die Menschen an der Dürre sterben. Kermani spricht mit vielen unterschiedlichen Personen, lernt Totenrituale kennen, die für unsere Ohren skurril klingen, spricht mit einem afrikanischen Musiker, der auch hierzulande bekannt ist, sieht die Folgen von Krieg und Terrorismus, aber auch die atemberaubende Schönheit des Landes. Der Kritiker kann diese reichhaltige Schilderung nur jedem empfehlen und hofft, dass sie bei vielen den "Blick weiten" für den afrikanischen Kontinent.