Stephan Bierling beschreibt in diesem Buch in ausgezeichneter Manier, wie die politische Spaltung, die die USA aktuell prägt, entstanden ist, meint Rezensent Majd El-Safadi. Ihre Ursprünge hat sie, so El-Safadi mit Bierling, in Konflikten um "race", Lebensstil und Glaubensfragen, die schon seit vielen Jahrzehnten schwelen. Inzwischen aber, fährt die Rekonstruktion des Arguments fort, haben sich die Differenzen in alle Institutionen der Demokratie eingeschrieben, Republikaner, die vor allem von der ländlichen, weißen Bevölkerung gewählt werden und Demokraten, deren Wähler mehrheitlich in Städten wohnen und oft Minderheiten angehören, bekriegen sich, wo sie nur können und politisieren Verfahrensfragen gnadenlos. Gerade mit Blick auf die kommende zweite Trump-Präsidentschaft ist das Buch eine lohnende Lektüre, findet El-Safadi. Ob sich die in der Verfassung verankerten checks and balances noch einmal bewähren oder die amerikanische Demokratie tatsächlich vor ihrem Zusammenbruch steht, wird freilich erst die Zukunft zeigen, heißt es am Schluss.