Kritikerin Katrin Doerksen freut sich, dass das japanische Phänomen Uketsu nun auch in deutscher Übersetzung entdeckt werden kann: Uketsu ist der Künstlername der Autorenperson, die anonym bleiben und stattdessen lieber ihre surrealistischen Youtube-Videos und ihre Geschichten für sich sprechen lassen will. Die vier Kapitel dieses Romans, der in Japan zum Bestseller wurde, wirken zunächst wie Kurzgeschichten, so Doerksen, erst nach und nach ergeben sich die Zusammenhänge zwischen einem Blogger, der über seine schwangere Frau schreibt, einem Journalisten, dessen Kunstlehrer ermordet wurde und einem Mädchen, das seine Mutter umgebracht hat. Um die Zusammenhänge zu verstehen, sei es notwendig, die Bilder und graphischen Darstellungen, die Uketsu beigefügt hat, zu verstehen, erklärt Doerksen, dabei macht auch das Material einen Unterschied: Wachsmalstifte sprechen zum Beispiel eine andere Sprache als Kugelschreiber und lassen Rückschlüsse auf die psychische Beschaffenheit des oder der Zeichnenden zu. Uketsu wendet sich mit diesen Schilderungen durchaus auch gegen die japanische Gesellschaft, in der psychische Probleme immer noch ein Tabuthem sind. Doerksen löst diesen Bilderkrimi jedenfalls hochgespannt, und kann abschließend nur feststellen, dass Uketsu ein richtig "gewiefter Erzähler" ist.