Schon den zweiten Band um den japanischen Privatdetektiv Kosuke Kindaichi legt der Blumenbar-Verlag in einer kundigen Übersetzung von Ursula Gräfe vor, freut sich Rezensentin Sylvia Staude. Der vom Autor Seishi Yokomizo ersonnene Ermittler soll die drei Schwestern seines kurz zuvor verstorbenen Freundes vor der Ermordung schützen - was ihm nicht gelingt, wie Staude vorwegnimmt, die Suche nach den Tätern und die Gründe dafür, die im Laufe des Buches exploriert werden, machen aber den Reiz dieses Whodunnit für sie aus. Dazu kommen spannende Details über das Leben im Japan der Nachkriegszeit, die ihr als deutscher Leserin vorher nicht bekannt waren. Über so manche misogyne Äußerung stolpert sie, ist aber trotzdem froh, dass die Übersetzerin hier keine glattgebügelte Version des Textes vorgelegt hat, sondern den Sound der geschilderten Gesellschaft wirklich fassbar macht.