Rezensent Robert Probst beobachtet anhand gleich dreier Bücher von Oliver Hilmes, Gerhard Paul und Volker Heise den Trend, Geschichte "emotional und von unten zu erzählen", so auch bei den Wochen und Monaten um das Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein bisschen süffisant lässt er sich über die Tendenzen aus, in collageartiger Form aus der Perspektive etwa von einfachen Sekretärinnen, aber auch Soldaten und Nazi-Führungsträgern zu erzählen, vermisst er dabei doch eine quellenkritisch-wissenschaftliche Herangehensweise. Heise schafft für den Kritiker ein "Kriegsende-Panoptikum", das durchaus "plastisch" den Horror des Kriegsendes zu vermitteln mag. Die Stärke liegt hier in den Details, so der Kritiker: Der unerträgliche Gestank und die sich ausbreitenden Krankheiten, Sarg-Mangel, aber auch eine bewegende Episode über zwei Auschwitz-Überlebende, die nach Kriegsende heiraten. Schockierend in ihrer Nüchternheit sind die Berichte über die zahlreichen Vergewaltigungen von Frauen durch die Rote Armee, hält der Kritiker außerdem fest. Hilmes widme sich eher bekannteren Protagonisten wie Thomas und Klaus Mann, was zwar viel Atmosphärisches vermittle, aber keine neuen Erkenntnisse. Gefallen findet bei Probst aber der Band des Historikers Paul, der sich die dreieinhalb Wochen nach Hitlers Suizid anschaut, beschränkt auf die Flensburger Förde, und dafür nicht nur collagierte Eindrücke niederschreibt, sondern diese durch historische Einordnungen ergänzt. Dadurch ergebe sich ein minutiöses Protokoll, das auch zeige, wie schnell sich nach Kriegsende der Mythos der 'sauberen Wehrmacht' verbreiten konnte.