Rezensent Thomas Hahn lässt sich gern von Wieland Wagner über Geschichte und Gegenwart des japanischen Kaiserhauses informieren. Der Japankenner Wagner zeichnet zuerst, lernen wir, die Rolle des Kaisers in verschiedenen historischen Phasen nach, und weißt dabei auch darauf hin, dass Tenno Hirohito eine durchaus aktive Rolle im japanischen Imperialismus während des Zweiten Weltkriegs gespielt hatte. Besonders gut gefallen Hahn allerdings Wagners Ausführungen zur Gegenwart, etwa wenn er darstellt, wie die kaiserliche Familie, die sich selbst nicht zu Politik äußern darf, von konservativer Seite instrumentalisiert wird. Deutlich wird dabei, so Hahn nach Wagner, wie sehr die japanische Gesellschaft immer noch von Männern dominiert ist; die Regierung etwa lehne nach wie vor ab, dass Frauen Teil der Thronfolge werden. Empfehlenswert ist das Buch laut Hahn auch, weil Wagner nie besserwisserisch schreibt.