Als ein eindrückliches Lektüreerlebnis beschreibt Rezensentin Sandra Kegel Anne Enrights neuen Roman. Drei Menschen aus drei Generationen lernen wir hier kennen, zum einen Carmel, eine Frau Mitte 50, von familiären Problemen gezeichnet, zum anderen ihre Tochter Nell, die versucht, sich von der Mutter zu lösen, aber ihrerseits an einen prügelnden Mann gerät, und schließlich Carmels Vater Phil. Letzterer ist ein bekannter Dichter, im Privatleben jedoch ein ziemlicher Tunichtgut, der seine Frau, Carmels Mutter, nach deren Erkrankung für eine Jüngere verlassen hatte. Die Erzählperspektive wechselt zwischen diesen drei Figuren von Kapitel zu Kapitel, auch Gedichte tauchen auf, doch so fragmentarisch die Form auch anmuten mag, die Autorin behält doch stets den Überblick, staunt die Kritikerin. Lustig und ironisch ist dieses Buch, auch wenn durchaus schwere Themen vorkommen, freut sich Kegel, etwa weil die ganze Zeit Menschen verlassen werden und eben damit klarkommen müssen. Ein tolles Buch ist das über Liebe, Familie und unterschiedliche Bezüge zur Wirklichkeit, so das Fazit.