Gut unterhalten wird Rezensent Martin Oehlen vom neuen Buch des Hanser-Verlegers Jo Lendle. Es widmet sich, erfahren wir, dem Leben der Luftfahrtpionierin, Dichterin und feministischen Ikone Amelia Earhart, erfahren wir, auf deren Aufzeichnungen es teilweise wortwörtlich basiert. Lendle selbst geht so weit, zu behaupten, letztlich habe Earhart das Buch selbst geschrieben - ganz beim Wort nehmen möchte Oehlen ihn an dieser Stelle nicht. Außerdem fragt sich der Rezensent, warum das Buch "rückwärts" erzählt ist, also bei Earharts auch hier nicht aufgeklärtem Tod im Jahr 1937 einsetzt und dann in Richtung ihrer Kindheit voranschreitet. Dieser Trick fügt dieser Geschichte nichts hinzu, meint Oehlen, es schadet aber auch nicht groß, weil sich dieses in der Ich-Perspektive in kurzen, prägnanten Sätzen verfasste Buch so oder so gut wegliest. Lendles Roman erweist sich als ein eingängiges, durchaus auch lustiges Porträt einer mutigen, unprätentiösen Frau, die mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit ihren eigenen Weg ging.