Ein originelles Buch, das auf in Deutschland wenig beachtete Schicksale aufmerksam macht, findet Rezensentin Karen Krüger mit diesem Buch von Sehnaz Dost. Der Roman handel von Cemal, einem sogenannten Kofferkind, dessen Eltern in Deutschland als Arbeitsmigranten lebten, während er zunächst in der Türkei zurückblieb und erst mit acht Jahren nachzog. In der Erzählgegenwart ist Cemal Lehrer, er lebt von seiner Frau getrennt und hat sich soeben auch von Georg, einer Affäre, getrennt. Traurig ob dieses Verlusts begegnet er im Traum seiner Ururgroßmutter Süveyde, die ihm einen neuen Blick auf sein Leben ermöglicht, erzählt die Kritikerin. Das Gefühl der Fremdheit ist Thema hier, meint Krüger, die von mürrischen Nachbarn liest und einen Blick auf triste deutsche Straßen wirft. Türkische Musik sorgt im Leben Cemals für Hoffnungsschimmer, führt die Rezensentin weiter aus. Ein kluges Buch, findet sie, das Einblick gibt in Erfahrungswelten, von denen viele in Deutschland wenig wüssten.