Kritikerin Katrin Doerksen zeigt sich begeistert von Becky Manawatus Debütroman: Manawatu ist selbst Maori und um die Maori, genauer um zwei verwaiste Brüder, geht es auch in ihrem Buch. Der schwer traumatisierte Taukiri lässt den Bruder Ari nach dem Tod der Eltern bei einem gewalttätigen Onkel zurück und stürzt sich selbst in ein ziemlich unstetes, bisweilen kriminelles Leben, erfahren wir. Neben der Brüdergeschichte gebe es auch einen Krimiplot sowie eine Liebesgeschichte und die Erinnerungen eines Geistes zu lesen, was wegen des eingestreuten Maori-Vokabulars und der Perspektivwechsel nicht immer ganz einfach, aber lohnenswert sei. Doerksen lobt besonders die Kapitel aus der Sicht des jüngeren Bruders als "eine Perle empathischer Erzählkunst", die sich perfekt mit den Naturgewalten verbinden, die diesen Text sprachlich und inhaltlich durchziehen. Dass Manawatu nicht davor zurückschreckt, nicht nur die rassistische Gewalt gegen die Maori, sondern auch die Gewalt, die sie selbst verüben, zu schildern, hat in Neuseeland für Kontroversen gesorgt, erzählt die Rezensentin noch, aber diese Geschichte einer Community, die auch von Wut und Trauer geprägt ist, wird Bestand haben, prophezeit sie.