Yaniv Iczkovits ist israelischer Sprachphilosoph, weiß Rezensent Jakob Hessing, jetzt hat er einen komplexen, sehr überzeugenden Roman vorgelegt: Die Protagonistin Fanny ist eine Ostjüdin, die Ende des 19. Jahrhunderts im Zarenreich lebt. Die Zeit- und Ortsangaben sind aber nicht als absolut zu verstehen, erklärt Hessing, sondern vielmehr als "mythologische Landschaft", in der eine fast magische Geschichte angesiedelt ist, in der Fanny die von ihrem Ehemann verlassene Schwester rächt. Was, wie der Kritiker einräumt, zunächst recht klassisch klingt, wird vom Autor durch "mythologische Züge" angereichert, etwa durch einen rätselhaften Fährmann und ein die Figuren umzingelnder Geheimdienst. Dass die zentrale Geschichte noch durch eine Skizzierung des jüdischen Patriarchats und die Rekrutierung von Kindersoldaten im 19. Jahrhundert ergänzt wird, macht den Roman für Hessing noch spannender.