In "Legenden" widmet sich Sylvain Prudhomme einer sagenumwobenen Landschaft der Provence und deren titelgebenden "Legenden". Eigentlich, resümiert Rezensentin Dina Netz, will der Engländer Matt einen Porträtfilm über "die Chu" machen, die früher in den 60ern ein lebendiger Veranstaltungsort war. Doch mit der Zeit schwenkt sein Interesse um und richtet sich auf die Familie seines Freundes Nel: Er beginnt Fragen zur Vergangenheit zu stellen, die Nel irritieren. Es kommt zu Konflikten zwischen den beiden Männern. Erzählt wird mal aus seiner, mal aus Matts und mal aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers, erklärt Netz. Auf diese Weise lasse Prudhomme seinen Figuren viel Spiel- und Entfaltungsraum. Der Rezensentin gefällt gut, wie liebevoll und feinfühlig die Figuren gezeichnet sind. Und Prudhomme verteidigt dabei Werte, die in unserer Zeit fast anachronistisch wirken: "Freundschaft, die Liebe zu einer Landschaft und die Lust am Leben", lobt die nachdenkliche Rezensentin.