Für den Rezensenten Rainer Moritz ist der neue Roman von Leon de Winter leider eine "missglückte Odyssee", in der zu viel passiert, als das der Autor es erzählerisch eingefangen könnte. Im Mittelpunkt steht Jaap, ein Weltklasse-Neurochirurg, dessen Tochter Lea beim Aufspüren ihrer jüdischen Wurzeln gemeinsam mit ihrem Freund in Israel verschwunden geht, berichtet Moritz. Schon das erste Kapitel umfasst zehn Jahre, in denen Jaap sich immer wieder auf die Suche nach Lea macht, allerdings erfolgslos. Als letzten Strohhalm bringt er eine geologische Mission an den Start, die den Verbleib klären soll, aber auch drei Millionen Dollar kostet. Ab da wird es märchenhaft-fabulierend, aber leider nicht im guten Sinne, so der Kritiker: Jaap soll in höchst geheimer Mission eine saudische Prinzessin operieren, eigentlich kann das nur schiefgehen, klappt dann aber doch und bringt ihm eine Milliarde Dollar Honorar ein - dass der Chirurg dann selbst auch noch einen Tumor hat und sprechende Hunde fantasiert, ist für den Rezensenten wirklich zu viel des Guten. Ihm zufolge ist de Winter die Konstruktion dieses Romans letztlich außer Kontrolle geraten.