Anfang zwanzig mit einem Knaller debütiert, seitdem jedes Jahr ein bis zwei dicke Bücher, und nebenbei lässige Zeitungskolumnen - der niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg ist sehr wahrscheinlich "ein Genie", meint Dirk Schümer und nimmt sein neuestes auf Deutsch vorliegendes Werk als fulminante Bestätigung. Dabei handelt es Schümer zufolge von nichts anderem als dem krachenden "Absturz" eines Schriftstellers namens Robert Mehlmann - keine Katastrophe am Ende (die ist Mehlmanns Leben ohnehin schon), kein ausgeklügelter Plot, dafür aber eine Anreihung von Kürzestdramen und "zynischer Pointen", und alles immer schön auf die Spitze getrieben. Außer Mehlmanns "furiosen Abgang" gibt es nichts zu erzählen. Der aber führt ihn mit "obskuren Agenten, Geliebten, verrückten Greisinnen und immer wieder der verzweifelten Gemahlin" zusammen und in ein ganzes "Slapstick-Universum". Schümer hat dies außerordentlich viel Vergnügen bereitet, auch wenn er zugesteht: "Es wird Leser geben, die dieses Panorama durchgeknallter Existenzkomiker irgendwann langweilt." Andere wiederum, weiß der Rezensent, werden sich "von der Verzweiflung und der Einsamkeit, die hier virtuos im Slapstick verpackt sind, anrühren und fesseln lassen".