Vor hundert Jahren wurde mit René Goscinny der wohl wichtigste Comicautor Frankreichs geboren, nach fast fünfzig Jahren schreibt nun seine Tochter Anne Goscinny über seinen plötzlichen Herztod während eines Belastungstests 1977 und über ihren Versuch der Trauerbewältigung, resümiert Rezensentin Petra Pluwatsch. Der Vater hatte an so bedeutenden Serien wie Asterix und Lucky Luke mitgewirkt und in seinem Filmstudio Idéfix auch Trickfilme dazu produziert. Für Pluwatsch bewegend und berührend schildert seine Tochter nun, wie schwer es war, als Neunjährige den Tod des Vaters zu begreifen, wie sie ihre Mutter fragt, "Tot bis wann, Maman?" und wie lange es gedauert hat, bis sie sich dem Thema wirklich annähern konnte. Wir erfahren, dass sie sich stets in ältere Männer verliebte und auf der Suche nach einem Vaterersatz war. Das schmale Buch, so verrät die Kritikerin, ist für die Autorin der Versuch, "einen kleinen Steg" zu bauen, der den Toten und die Lebende miteinander verbindet, in Kontakt hält, aber auch die Bewältigung ihrer Familiengeschichte: So ließ den Vater nie los, dass einige Familienmitglieder im Holocaust ermordet wurden. Den Schmerz hat sie nun in diesem gelungenen, als Brief für den Vater aufgebauten Buch begonnen zu verarbeiten, resümiert Pluwatsch.