Bernd Graff rät Menschen, die vor kurzem einen großen Verlust erlitten haben, von der Lektüre des neuen Romans von Martin Suter ab. Oberflächlich betrachtet sei "Die Zeit, die Zeit" ein Kriminalroman: der Witwer Peter Taler will den Mord an seiner Frau aufklären um Rache zu üben und bekommt unerwartet Hilfe von einem älteren Nachbarn, Albert Knupp, der seine Frau durch eine Malariaerkrankung ebenfalls verloren hat, fasst Graff zusammen. Tatsächlich sei es aber die Geschichte des Verhängnisses, in dem sich beide Männer eingerichtet haben: Beide sind in Wiederholungszwängen gefangen, jeder für sich versucht, die Vergangenheit wiederzuholen. Es gelinge Suter, den Leser auf eine "intellektuelle und emotionale Achterbahnfahrt" zu schicken, preist der Rezensent - es gelinge ihm aber nicht bis zum Ende des Buches. Leider verliere sich der Roman zum Ende in "enervierend langatmigen" Beschreibungen und münde in einer Pointen heischenden Auflösung, bedauert Graff, der das Buch aber trotzdem noch einmal nachdrücklich empfiehlt.