Mit diesem Roman hat sich der ukrainische Autor Andrei Kurkow selbst übertroffen, schwärmt Ulrich M. Schmid. Durch "gut gemachte, aber doch eher leichtgewichtigere" Bücher bekannt, zeigt sich Kurkow hier "auf der Höhe seines literarischen Schaffens", so der begeisterte Rezensent. Die Geschichte spielt auf drei ständig wechselnden Zeitebenen, die den Werdegang eines ukrainischen Präsidenten nachzeichnen. Der Autor erzählt parallel aus den 80er Jahren, in denen die Hauptfigur als "Herumtreiber" umherstreunt, aus dem Jahr 2004, wo er bereits Regierungsbeamter ist und schließlich von 2015, als er Präsident geworden ist. So gelingt es ihm, "raffiniert" und "unaufdringlich" vorzuführen, dass der Protagonist im Grunde keine wirkliche Entwicklung durchmacht, stellt der Rezensent fest. Insbesondere bei der Darstellung der erotisch-amourösen "Verirrungen" dieses Präsidenten "zieht" Kurkow "alle Stilregister" freut sich Schmid, der die "politische Pointe" des Romans in der Darstellung des "ukrainischen Herrschaftsgefüges" sieht, in dem kräftig intrigiert wird und der Präsident letztlich nur der "Strohmann seiner Hofkamarilla" ist. Der Autor habe es geschafft, das "Tragische, Komische und Groteske" seiner Zukunftsvision in eine "überzeugende Erzählung" zu formen, lobt Schmid, den so manches in dem Roman an den "russisch-ukrainischen Politzirkus" von heute erinnert.