Eine gewisse Portion Masochismus müssen auch die Leser von Connie Palmens Roman aufbringen, der vom Masochismus liebender Frauen handelt, die an einen notorischen und bindungsunfähigen Don Juan geraten, behauptet Gisa Funck recht leidensunwillig. Streckenweise lese sich die Bilanz dieses Männerlebens, berichtet aus der Sicht von fünf Frauen, die alle in einem Liebesverhältnis zu diesem liebestollen und zugleich liebesunfähigen Mann standen, wie das Protokoll analytischer Sitzungen. Aber nicht nur die Psychoanalyse sieht die Rezensentin bemüht, sondern auch viel Küchenpsychologie. Die Männerfigur in diesem Roman hat ein reales Vorbild, weiß Funck, Palmes verstorbenen Lebensgefährten Isha Meijer, "I.M.". Indem Palmen sich auf die gebrochene Perspektive der fünf Chronistinnen verlegt habe, habe sie ihr Thema diesmal mehr verfremdet als in ihrem früheren Roman "I.M.", atmet Funck auf. Dennoch geht ihr das Loblied auf den genialischen und notorischen Frauenhelden auf die Nerven, ein vierhundert Seiten langes "Denkmal weiblicher Aufopferung". Die komischen Aspekte solcher Beziehungen, in denen - so laute Palmens These - auch die Frauen eine Beziehungsphobie und Bindungsangst haben - fange die Autorin teilweise recht treffend ein, gesteht Funck zu.