Einen "fliegenden Holländer" nennt Hans Christian Kosler Leon de Winter, denn mit seinen "luftigen Phantasiegebäuden" setzt sich dieser Autor, wie er findet, wohltuend von der oft problembeladenen und schwer verdaulichen deutschen Literatur ab, ohne dabei oberflächlich zu sein. Ihm gelinge es, die "schweren Brocken der Realität" durch die Luft zu wirbeln und sie, mit erkennbaren Nahtstellen, an denen die Leichtigkeit des Seins durchschimmere, wieder zusammenzusetzen. Viel Autobiografisches habe dieser Roman, der bereits 1986 in den Niederlanden erschienen ist, aber nicht in allem ist der Autor mit seinem fiktiven Helden identisch, vermutet Kosler. Dass de Winter unter ähnlichen Schreibhemmungen wie der Titelheld seines Romans leide, sei eher unwahrscheinlich bei der ausserordentlichen Produktivität dieses Autors, und ein direkter Vergleich des Sexuallebens von Leo Kaplan und de Winter sei dahingestellt, bemerkt der Rezensent. Zwar ist die Suche des Romanhelden nach dem Wiedergewinn der grossen, starken Gefühle und dem Sinn des Lebens vergeblich, stellt Kosler fest, aber die vor dem Leser mit zahlreichen Exkursen, Rückblenden, gedanklichen Kapriolen und Witz ausgebreitete "Mixtur aus erfolgreichem Scheitern" mache de Winter unter den europäischen Schriftstellern zu einem Amerikaner, womit er meint, zu einem der selbstironischsten und unterhaltsamsten Autoren.