In Jakob Arjounis "Kismet", einem Wiederbelebungsepos seiner Erfolgsfigur Kemal Kayankaya, ist die frühere Qualität der Kayankaya-Romane einem soliden, aber auch austauschbaren Mainstream gewichen, findet Manfred Papst. Teilweise seien TV-Krimi-Elemente an die Stelle der einstigen Arjouni-Spezifika getreten: Schnoddrigkeit, Rhythmik und Genreparodie. In "Kismet" gerate der türkische Privatdetektiv, Verwandter von Philip Marlowe und Sam Spade, in die Fallstricke der organisierten Kriminalität und müsse sich mit viel Alkohol, coolen Sprüchen und Selbstironie durch einen rhapsodischen Plot wursteln. Der Handlung wegen braucht man "Kismet" aber nicht zu lesen, so der Rezensent. Wenig plausibel sei die Konstruktion, allzu lässig behandle Arjouni die Regeln der Logik, zu unverfroren setze er auf Effekte, Actionelemente und Klischees. Obzwar: Hohes Vergnügen bereitet dem Rezensenten der flapsige Arjouni-Sound, auch als treffender Situationsschilderer sei der Autor unterhaltsam. Auch die Milieuschilderungen findet der Rezensent meistens exakt geraten und die Dialoge zeigen, solange sie nicht Handlung zu transportieren hätten, viel Witz.