Aufmerksamen John-Irving-Leser wird der Titel dieses Buches bekannt vorkommen, meint Rezensent Alexander Leopold und erklärt, was es damit auf sich hat. Er stamme aus Irvings Roman "Witwe für ein Jahr" und aus dem Mund eines Mädchens, das versucht ihrem Vater ein Geräusch zu erklären, das ihr Angst macht. Daraufhin, so Leopold weiter, erzähle ihr der Vater die Geschichte ihrer beiden verstorbenen Brüder, die als Kinder ein ähnliches Angst-Erlebnis hatten, als eine Maus die Wand entlang krabbelte. Die Geschichte der Brüder habe der (schriftstellernde) Vater in einem Kinderbuch verarbeitet und auch dem Gespräch mit der Tochter ein Buch gemacht, mit dem Titel (aha!): "Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen". Irving habe jetzt also die Bücher seiner eigenen Romanperson "gewissermaßen zum Leben erweckt". Und daraus, schwärmt der Rezensent, ist ein wundervolles Kinderbuch geworden, denn wenn man anfangs nicht recht versteht, wie die Zeichnungen der Illustratorin Tatjana Hauptmann mit der Geschichte zusammenhängen, entdeckt man nach und nach deren Geheimnis: Sie zeigen nur einen der Brüder, wie er ängstlich forschend durchs nächtliche Haus geht (und Hauptmanns Bilder lassen den Raum zwischen Beengung und Weite wabern), der Vater jedoch ist abwesend. Doch gerade durch dem bildlichen Alleinsein des Jungen und die textliche, beruhigende Anwesenheit des Vaters entstehe die wunderbare Dynamik der "Angstüberwindung".