Als "qualitativ durchweg hochwertig" lobt Michael Pawlik diesen von Stanley L. Paulson und Michael Stolleis herausgegebenen Tagungsband, der die Rechtstheorie des Staatsrechtlers Hans Kelsen diskutiert. Dessen 1930 entwickelte Reine Rechtlehre lehnt jegliche normativen Setzungen der Rechtstheorie ab, die sich stattdessen auf die Analyse der "formalen Beschaffenheit" juristischer Grundbegriffe zu beschränken habe, erklärt uns der Rezensent. Mit diesem positivistischen Ansatz hatte sich Kelsen in Opposition zu der zwei Jahre zuvor von Rudolf Smend entwickelten normativen Rechtstheorie gestellt. Sachkundig diskutiert Pawlik die einzelnen Beiträge, und auch wenn er ihnen nicht im Einzelnen zustimmt und Vorbehalte gegen Kelsens handlungstheoretische unpraktikable Theorie geltend macht, findet er diesen Band doch sehr anregend.