An Selma Lagerlöfs Klassiker in neuem Gewand gefällt Klaus Böldl vor allem die "glänzende" Neuübersetzung durch Thomas Steinfeld, da sie den Originaltext erstmals in seiner Gänze überliefert, wie Böldl weiß. Und siehe da: Lagerlöf hat mitnichten ein reines Kinderbuch geschrieben, findet Böldl. Als Ganzes nämlich entpuppt sich das Buch mit seinen 650 Seiten vor den Augen des Rezensenten als poetische, sinnlich erfassbare Vermessung Schwedens aus der Vogelperspektive, seiner Naturräume und Mythen, der bedrohlichen Industrie durchaus auch, der Hochöfen, Fabriken und Eisenbahnen, wie Böldl feststellt (von wegen Idyll!). So unsentimental und realistisch, wie die Ausgabe Nils und seine Freunde und das Land Schweden zeigt, hatte man sich Lagerlöfs Geschichte gar nicht vorgestellt, meint der Rezensent, bis jetzt.