Rezensent Saladin Salem taucht mit Anna Dimitrovas "Kanak Kids" ein in die Gedankenwelt der 16-jährigen Dessi alias Daisy. Dessi hat nicht nur zwei Namen, lesen wir, sondern auch zwei Identitäten. Zuhause bei ihrer aus Bulgarien stammenden Familie und in ihrem Viertel ist sie Dessi, in der Schule jedoch wird sie zur blonden, blauäugigen Daisy. Warum? Das lernen die Leserinnen und Leser in Dessis humorvoller, "patzig-frecher" Ich-Erzählung nachzuvollziehen. Es ist der Anpassungsdruck, den sie zu spüren glaubt, erklärt Salem, der sie immer tiefer hinein treibt in ihr Lügengespinst. Der Plot ist simpel und erinnert den Rezensenten an Hollywood-Highschool-Filme. Aber weil die Autorin ihr Handwerk beherrscht, ist "Kanak Kids" auch ebenso spannend und unterhaltsam wie die besten dieser Filme. Und man versteht nach der Lektüre vielleicht etwas besser, was in jungen Menschen so vor geht, die "unbedingt dazu gehören wollen", so der Rezensent.