Kathrin Schrocke schreibt einen Coming-of-Age-Roman, der aus der Perspektive des 16-jährigen (weißen) Lenni erzählt, wie dessen Schule, die sich als offen und kosmopolitisch sieht, als letztlich doch ziemlich rassistisch enttarnt wird, so Rezensentin Heike Nieder. Der neue Mitschüler Benjamin, der schwarz ist, möchte weder mit positiven Stereotypen wie der Vermutung "Du kannst doch bestimmt supergut tanzen!" bedacht werden noch mit dem N-Wort, resümiert Nieder, auch, wenn der Theaterlehrer für das Stück "King-Kong" den einzigen nicht-weißen AG-Teilnehmer für die Titelrolle auswählt, ist das Rassismus. Das führt zum Eklat, wobei die Frage zentral sei, ob Rassismus eigentlich immer etwas mit böser Absicht zu tun haben muss. Das reflektiert auch die Autorin in ihrem Nachwort, so Nieder. Für die Kritikerin ist besonders der Begriff der "weißen Tränen" interessant: Diese bezeichnen das Phänomen, auf einen Rassismus-Vorwurf mit Empörung zu reagieren, statt in die Reflexion zu gehen. Ein Buch, das nahe an den Jugendlichen dran ist, die es porträtiert und wichtige Fragen stellt, schließt Nieder.