Da schreibt der Autor ein originelles Buch über Zimmerreisen, Inbegriff der Langsamkeit und Introspektion und unterteilt es in "Etappen", wie bei einer Radrenntour. Das fällt unserem aufmerksamen Rezensenten natürlich auf. Und auch, dass Bernd Stiegler zwar fleißig in französischen und deutschen Archiven gestöbert hat, um uns die Gattung der Zimmerreiseberichte, Entstehung und Wandel, wissenschaftlich proper zu präsentieren, dabei aber allzu kursorisch, ja hektisch vorgeht, wie der Rezensent bemängelt. Knapp findet Daniel Jütte etwa Stieglers Ausführungen zur vormodernen Theologie und Philosophie, zu Petrarca, dem großen Verfechter der Einsamkeit. Weiterreichende Kontexte und Analysen vermisst er ebenso. Anekdoten und die ein oder andere bibliophile Entdeckung reichen ihm nicht ganz.