Ijoma Mangold kommt angesichts dieses Debütromans von Marisha Pressl aus dem Staunen nicht heraus, und wenn es ihm auch schwer fällt, dem Buch sein Herz zu schenken, kann er doch nicht umhin, seine Vorzüge zu preisen. Dieses Werk macht ihr den Anschein einer "Wunderkind"-Tat, gelinge es der amerikanischen Autorin doch nicht nur mühelos, auf jeder Seite eine ungeheure Pointendichte aufzufahren, sondern auch mit einem beeindruckenden Wissensfundus und einer Erzählerstimme zu glänzen, die von der ersten Zeile an unverwechselbar und prägnant ist, so Mangold sehr beeindruckt. Das Buch ist eine Mischung aus Campus- und Roadmovie-Roman. Eine Tochter zieht jahrelang mit ihrem Vater, Dozent für Politikwissenschaft, von Gastprofessur zu Gastprofessur, und wird auf den Reisen mit nicht nur historischem Wissen geradezu vollgestopft. Die Vater-Tochter-Geschichte nimmt schließlich eine aberwitzige Wendung in krimiartige Abgründe, die Mangold nicht verraten will, die ihn aber offenkundig ganz schön durchgeschüttelt hat. Und nach dem ersten Drittel lässt er sich auch von der Pointen- und Zitatenflut, mit der er auf jeder Seite konfrontiert wird, nicht mehr irritieren, sondern gibt sich nur noch dem Sog der Ereignisse hin.