Mit seinem neuen Roman begibt sich Richard Powers auf das Gebiet der Glücksforschung und kann wieder einmal zeigen, dass er, was den wissenschaftlichen Hintergrund angeht, absolut auf der Höhe ist, konstatiert Rezensentin Sandra Kegel. Mit der Geschichte um eine junge Frau, die unerschütterbar glücklich zu sein scheint und deshalb nicht nur das Interesse der Wissenschaft erregt, sondern auch einen Medienhype auslöst, ist sie dennoch nicht recht glücklich geworden. Denn so faszinierend die Gedankenexperimente des Autors, übrigens studierter Physiker und Informatiker, auch sind, es bleibt spürbar, dass es sich um einen Thesenroman handelt, bei dem die Figuren zu Meinungsträgern reduziert sind, so Kegel angestrengt. Trotzdem bewundert sie Powers dafür, wie es ihm gelingt, die Trennung von Natur- und Geisteswissenschaft aufzuheben und wirklich fesselnd die Suche des Menschen nach dem Glück von allen Seiten zu beleuchten. Dafür gehen ihr allerdings die selbstreferentiellen Klagen des Erzählers über die Krise des Schreibens, die Powers in seinem zehnten Roman offenbar reichlich einfließen lässt, zunehmend auf die Nerven.