Günter de Bruyn lebt in einer eigentlich unspektakulären Gegend südlich von Frankfurt/ Oder, wo die "Dörfer noch Dörfer heißen" und "Abseits" der alten preußisch-polnischen Handelswege liegen, stellt Beatrix Langner Günter de Bruyns "Liebeserklärung an eine Landschaft" vor. De Bruyn erweist sich als gewissenhafter Chronist seiner Gegend, des östlichen Brandenburg, lobt Langner, darin Theodor Fontane gleich. Er sei bedächtig, das heißt zu Fuß unterwegs, inspiziere dabei die Geographie und Geschichte dieser Landschaft, in der ihm auffallend wenige Menschen begegneten. Um so lebendiger berichte de Bruyn dafür von den Menschen früher, betont die Rezensentin, lasse alte Texte von den ersten Ansiedlungen vor achthundert Jahren und von der Ablösung des Wendischen durch das Hochdeutsche berichten; das Regionalgeschichtliche wiederum werde ergänzt durch jüngere politische Zeitgeschichte, in der Zeitzeugen eindrucksvoll vom Kriegsende erzählten. Als de Bruyn zu DDR-Zeiten auf sein Anwesen gezogen ist, mag es ihm als eine Trutzburg gegen die Staatskontrolleure, als alternative Lebensform erstrebenswert gewesen sein, vermutet Langner; inzwischen habe sich die Gegend seiner völlig bemächtigt, von der er glaubhaft und mit Liebe erzähle.