Wenn Götz Aly ein neues Buch publiziert, schrillen bei seinen Historiker-Kollegen meist die Alamglocken, doch Magnus Brechtken kann in diesem Fall Entwarnung geben: Doch bei allem Sinn für Provokation und Polemik, die Texte, die Aly in diesem Band vorlegt, sind zum größten Teil nicht neu, allerdings oft gründlich überarbeitet. Aly versammelt in seinem Band, kurze Biografien, Diskurse und Analsen zum Themenkomplex Euthanasie, Medizin, Psychiatrie und Rassenpolitik im Nationalsozialismus. Allerdings moniert Brechtken, dass all das zusammengestellte Material nicht wirklich in eine systematische Ordnung gebracht sei, er vermisst Stringenz, Kohärenz und eine gewisse Orientierung, wann Aly bestimmten Aspekten näher nachgegangen ist und wann nicht. Zum Beispiel hätten Brechtken durchaus interessiert, welche einige Nachkriegskarrieren einige der belasteten Wissenschaftler genommen haben.