Der von Walter Senner herausgegebene, "stattliche Jubiläumsband" zum Gedenken an Albertus Magnus nach 800 Jahren will neue Zugänge und Perspektiven zum riesigen Werk Alberts eröffnen. Ein Vorhaben, das Rezensent Kurt Flasch ausdrücklich begrüßt, insbesondere da Albert öfter gerühmt als gelesen werde. Der Band enthält Beiträge von vierzig Spezialisten zur Quellenlage von Alberts Schriften und ihrer Rezeption ebenso wie zu Alberts Metaphysik, Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ethik und Theologie. Flasch kritisiert zunächst, dass der Band kein Register neuzeitlicher und zeitgenössischer Person enthält, und dass bedeutende Namen der Albertforschung, wie Alain de Libera oder Ruedi Imbach fehlen. Auch dass dem alphabetischen Werkverzeichnis Hinweise auf die Chronologie der Werke fehlen, bemängelt der Rezensent. Die Beiträge selbst sind nach Einschätzung des Rezensenten von sehr unterschiedlicher Qualität. In manchen wehe ein betulich frommer Hauch, viele seien lehrreich. Flasch lobt in diesem Kontext insbesondere Klaus-Bernward Springers Beitrag über Albert und die "religiöse Frauenbewegung", Theodor Wolfram Köhlers Erörterung über das Verhältnis von Mensch und Tier bei Albert, Udo Reinhold Jecks Untersuchung von vorsokratischem Gedankengut bei Albert und die durch "originelle Fragestellungen" hervorstechenden Beiträge zur Metaphysik und Erkenntnislehre Alberts von Henryk Anzulewicz und Hans-Ulrich Wöhler. Ein "lesbares Gesamtbild" Alberts, so der Rezensent abschließend, ergibt der Band allerdings nicht.