Ein bisschen zu simpel malt sich Bijan Moini in "2033" einen modernen Totalitarismus in Deutschland aus, findet Rezensent Jens Ulrich Eckhard. Moinis dystopischer Roman will Polit- und Justiz-Thriller in einem sein und so die "Gefahren für die Demokratie" in einer gespaltenen Gesellschaft aufzeigen. Das Szenario, das er entwirft, mag in sich logisch sein und konsequent, auch entwickelt dieser Roman eine beeindruckende Anschaulichkeit und Authentizität, solang es um die Gerichtsprozesse gegen eine Politikerin geht, die verdächtigt wird, einen Anschlag auf die Zentrale der gegnerischen Partei verübt zu haben. Der Rest des Romans jedoch lässt gerade diese Plastizität vermissen, stellt Eckhard fest: Sowohl Moinis Figuren, die die meiste Zeit nur als Vertreterinnen politischer Lager fungieren, als auch dem gesamten politischen und gesellschaftlichen System, das hier skizziert wird, mangelt es vor allem an einem: Ambivalenzen, so die Diagnose des Rezensenten.