Mit "Hinter verschlossenen Türen" hat Sasha Naspini ein wenig vorteilhaftes Portrait seines Heimatdorfs in der italienischen Region Maremma geschaffen, findet Rezensentin Christiane Pöhlmann. Aus dreiundzwanzig unterschiedlichen Perspektiven, die laut der Rezensentin allerdings kaum aufeinander bezogen werden, wird vom Leben in diesem Dorf erzählt - vom körperlichen Verfall der alten Menschen, von Gewalt in einem ungewöhnlichen Mikrokosmos. Als der im Klappentext als "Unmensch" benannte Samuele in das Dorf zurückkehrt, ändert sich laut Pöhlmann wenig; allenfalls werde durch die gesteigerte Unzuverlässigkeit der Erzählstimme die Wahrhaftigkeit der Geschichte infrage gestellt. Auch von der durch Mirjam Bitter und Henrieke Markert besorgten Übersetzung aus dem Italienischen ist Pöhlmann nicht ganz überzeugt. Der Roman kommt also in ihrer Rezension nur stellenweise besser davon als das Dorf Le Case in Naspinis Text.