Anuschka Roshani wollte ihren Eltern noch zu deren Lebzeiten ein ebenso "schillerndes" Denkmal setzen - das ist ihr gelungen, findet Rezensent Rainer Moritz. Humorvoll, lebendig und doch auch sensibel und besonnen erzählt sie aus dem Leben ihres Vaters, der Anfang der Sechziger nach Deutschland kam, eine Ausbildung zum Mediziner absolvierte und es schließlich mit Hilfe seines Intellekts, seines Könnens und seines Charmes zum wohlhabenden, angesehenen Arzt brachte. Ein Lebemann war er - im besten Sinne, weiß Moritz nach der Lektüre und auch die Mutter - erst Model dann Pädagogin und trotz früher Trennung lebenslange "Komplizin" des Vaters - ist eine nicht minder eindrückliche Figur, lesen wir. Bei dieser spannungsvollen, anrührenden, unterhaltsamen und durchaus auch informativen Lektüre kann man der Autorin leicht die kleinen Schwächen ihres Romans verzeihen, so der Rezensent. Diese tauchen immer dann auf, wenn sich Roshani in eigenen Reflexionen ergeht: zu viele Metaphern, zu viel Pathos und nicht genügend Ahnung von Proust, fasst der Rezensent zusammen, der sich dennoch alles in allem zufrieden zeigt.