Im besten Sinne originell findet Klaus Brill die tschechische Graphic Novel von Jaroslav Rudis mit Zeichnungen von Jaromir Svejdik. Es ist nicht nur der erste tschechische Comicroman überhaupt, der zudem zu einem erfolgreichen Film in moderner Rotoskopie-Animationstechnik wurde, weiß der Rezensent zu berichten. Er greift zudem das in der offiziellen tschechischen Geschichtsschreibung lange verschwiegene und verdrängte Thema der Vertreibung der Sudetendeutschen auf, so Brill gefesselt. Erzählt wird die Geschichte von Alois Nebel zur Wendezeit um 1989, der in Nordmähren erst seinen Job als Fahrdienstleiter verliert, und weil ihm die "Geisterzüge" der Vergangenheit durchs Leben fahren, auch noch den Verstand, erfahren wir. Der Autor verlangt seinen Lesern viel Aufmerksamkeit ab. Die Graphic Novel fügt sich in einen Prozess der "Revision des Geschichtsbilds" in Tschechien ein, indem es an die "historische Multikulturalität" des Gebiets erinnert und damit hilft, den "Nebel der Geschichte" zu vertreiben, lobt der schwer beeindruckte Rezensent.