Rezensent Andreas Isenschmid ist einfach hingerissen von den ersten beiden Romanen der Romantrilogie um Thomas Cromwell, den englischen Lordkanzler, der zehn Jahre lang, von 1530 bis zu seiner Hinrichtung 1540, die Geschicke Englands bestimmte und noch weit über seine Lebenszeit hinaus mitprägte. Isenschmid schlüpft beim Lesen gewissermaßen in die Haut dieses "so abgründig bösen, so anziehend klugen" Mannes, berechnet mit ihm, intrigiert und tranchiert mit ihm. Und sieht, riecht und schmeckt das London jener Jahre mit ihm, so der begeisterte Rezensent. Mantel verzichtet auf einen interpretierenden, die Ereignisse voraussehenden Erzähler, erzählt Isenschmid weiter, und orientiert sich damit eher an der Kunst Holbeins als an der Thomas Manns. Gelegentlich verirrt man sich dadurch als Leser im Dickicht der Ereignisse, bekennt der Rezensent, aber die Schlussszenen - in "Wölfe" die Hinrichtung Thomas Morus', in "Falken" die Hinrichtung Anna Boleyns - machen das für ihn wieder mehr als wett. Ganz große Kunst, die der Holbeins in nichts nachsteht, resümiert Isenschmid.