Harald Welzer glaubt nicht mehr wirklich daran, dass die Zivilisation in Sachen Klimawandel noch die Kurve kriegt, alle Fakten sprechen dagegen, zu viel ist kaputt und ein radikales Einlenken der Politik und der Menschen allgemein ist nicht in Sicht, erklärt er. Stephen Emmotts "Zehn Milliarden" schlägt genau in diese Kerbe, verrät der Rezensent, das Fazit nach einer erschöpfenden Aufzählung der erschütternden Fakten lautet: "We're fucked". In der deutschen Übersetzung ist daraus ein gemütliches "Ich glaube, wir sind nicht mehr zu retten" geworden, wundert sich Welzer, was komplett Emmotts kathartischem Prinzip zuwider läuft, wie der Rezensent erklärt. Wenn es einen Ausweg gibt, dann liegt er im "Schock der Ausweglosigkeit" und in dessen ästhetischem Erleben, das ist wahrscheinlich die Motivation des Klimaforschers und Oxfordprofessors: die Fakten haben es nicht richten können, soll die Kunst ihr Glück versuchen, fasst Welzer zusammen. An einen glücklichen Ausgang glauben aber weder Autor noch Rezensent. Für Welzer bleibt es dabei: wir sind am Arsch.